Stadt Lahr, Stadtmuseum Tonofenfabrik

Stadtmuseum Tonofenfabrik Die Geschichte der Tonofenfabrik

Rund hundert Jahre war das Gebäude des heutigen Stadtmuseums die Produktionsstätte der Ofen- und Tonwarenfabrik C.H. Liermann. Zur Blütezeit des Unternehmens stellten hier rund 40 Mitarbeiter über 3 000 Kachelöfen pro Jahr her.

Die Tonofenfabrik ist ein typisches Beispiel Lahrer Industriearchitektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Der Lahrer Architekt Carl Meurer errichtete das Gebäude in der Kreuzstraße im Jahr 1896 im Auftrag des Fabrikanten  Carl Friedrich Liermann. Dessen Vater Christian Heinrich Liermann hatte 1854 die Ofen- und Tonwarenfabrik C.H. Liermann in Lahr gegründet, deren Räumlichkeiten auf der gegenüberliegenden Straßenseite ausgeschöpft waren. 


In der neuen Fabrik stellte das Unternehmen bis  zu 3 000 Kachelöfen pro Jahr her. Der Produktionsablauf verlief von oben nach unten: Im zweiten Stockwerk formten die Fabrikarbeiter die Tonwaren. Das Kacheldekor reichte von schlicht bis zu einer Vielzahl der typischen, eigens von Künstlern entworfenen Jugendstilmuster. Im ersten Obergeschoss befand sich die Glasur, im Erdgeschoss und im Keller standen die Hochöfen zum Brennen der Tonwaren. Das Tonlager, die Tonaufbereitung und die Glasurmühle befanden sich, angebaut an die Stadtmühle, auf dem Schlossplatz. Mitarbeiter transportierten die Rohstoffe per Handkarren zur Fabrik.


Mit der Verbreitung von Zentralheizungen wurde im Jahre 1957 die Produktion in der Tonofenfabrik eingestellt. Das Unternehmen wurde aufgegeben und das Gebäude an verschiedene Firmen vermietet. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden nur noch das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss als Büro- und Lagerräume genutzt, das Gebäude verfiel zusehends. Im Jahr 2014 erwarb die Stadt Lahr das unter Denkmalschutz stehende Gebäude und baute die alte Tonofenfabrik nach den Entwürfen des Architekturbüros "heneghan peng architects" aus Berlin mit finanzieller Unterstützung des Bundes sowie des Landes Baden-Württemberg zum stadtgeschichtlichen Museum um.