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Sie befinden sich hier am östlichen Rand des ehemaligen Kasernengeländes. Beim Wiederaufbau der Kaserne nach dem zweiten Weltkrieg nutzten die Franzosen die Fundamente der Vorgängerbauten, errichteten auf dem Gelände aber auch neue Gebäude. Zu diesen gehörten die 1953 fertig gestellte Offiziersmesse und ein Gästehaus am Wiesenhang des Hohbergs.
Während der kanadischen Nutzung fanden im hiesigen Offizierskasino (Speise- und Aufenthaltsräume für das Führungspersonal) regelmäßig Empfänge mit führenden Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft statt.
Während der kanadischen Zeit in Lahr diente das Offizierskasino als Speise- und Aufenthaltsraum für das Führungspersonal. Hier fanden regelmäßig Empfänge statt – nicht nur für kanadische Offiziere, sondern auch für Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Viele Lahrer erinnern sich an festliche Abende mit Musik, gutem Essen und einem Glas Wein.
Der in Deutschland, vor allem bei der Bundeswehr, gebräuchliche Begriff ist „Offizierheim“, Im Alltag sprach man jedoch oft auch vom „Kasino“, eine Bezeichnung, die ursprünglich aus dem US-amerikanischen Sprachgebrauch stammt. Bei den kanadischen Streitkräften hingegen heißt die Einrichtung nach britischer Tradition „Officers’ Mess“. Gemeint ist in allen Fällen dasselbe: der Speise- und Aufenthaltsraum der Offiziere, ein Ort für gemeinsame Mahlzeiten, gepflegte Kameradschaft und gesellschaftliche Veranstaltungen.
Solche Einrichtungen waren halb formell, halb gesellig: ein exklusiver Raum für Offiziere, der neben dem Essen auch der Repräsentation und dem Austausch diente – vergleichbar mit einem Club im britischen Sinn.
Die Officers’ Mess war natürlich die exklusivste – doch Offiziere bilden in allen Streitkräften nur eine kleine Gruppe. Auch die übrigen Soldaten mussten versorgt werden, und so gab es in Lahr mehrere eigene Einrichtungen: Die WO’s + Sgt’s Mess (A1) im Annex war den Warrant Officers und Sergeants vorbehalten, also den erfahrenen Unteroffizieren. Für die einfachen Dienstgrade stand der Junior Ranks’ Club (A22) auf dem Flugplatz nahe am Zaun bereit, der neben den Mahlzeiten vor allem als geselliger Treffpunkt mit Bar, Musik und Freizeitangeboten diente. Weiter im Inneren des Flugplatzgeländes befand sich die OR’s Mess (A55), die als funktionale Truppenmesse vor allem der täglichen Versorgung diente.
Zeitzeugen berichten, dass in Lahr teilweise noch feiner unterschieden wurde – so sprach man etwa von einer Corporal-Messe, einer Master-Corporal-Messe oder einer Sergeant-Messe. Die meisten dieser Einrichtungen lagen im Bereich des Annex am Flugplatz, wo sich heute ein Discounter und ein Gartenfachmarkt befinden. Anfangs mussten neue Soldaten die Messe noch in Uniform betreten, doch mit der Zeit lockerten sich die Regeln, und strenge Kontrollen fanden ohnehin kaum statt.
Das Gebäude der ehemaligen Officers’ Mess ist bis heute kaum verändert. Heute beherbergt es eine Rechtsanwaltskanzlei, eine Immobilienagentur sowie einen Beauty-Salon. Noch immer lässt sich an den Dimensionen des Hauses erkennen, wie repräsentativ und wichtig die Offiziersmesse für die kanadischen Streitkräfte war.
Wir haben hier Musik gespielt, ich habe Schlaginstrumente gespielt, später wurde ich zum Drumleader und manchmal sprang ich für den Tambourmajor bei Paraden ein. Wir haben auch bedient, wenn wir Zeit gehabt haben, in der roten Uniform. Privat war ich DJ fürs Militär, wir haben viel getanzt. Manche haben im Offizierskasino ihr Quartier gehabt als Gäste oder um Zeit zu überbrücken, bis sie eine Wohnung fanden, aber nur für kurze Zeit. Dort wurde gefeiert, getrunken und die Abende zusammen verbracht. Aber das waren Offiziere und wir waren Unteroffiziere – wir haben respektiert, dass sie Offiziere sind und wir einfach „Männer“. Wir haben gemacht, was der Chef sagt.
Die Schwarzwälder Offiziersmesse, oder 'BFOM', wie wir sie nannten: So gastfreundlich die Lahrer Gemeinschaft auch war - und das war sie! - es war auch wichtig, einen Ort zu haben, an dem man sich mit kanadischen Freunden entspannen konnte. Ich war ein Mitglied der BFOM. Das Gebäude und die Umgebung waren nicht nur wunderschön, auch die besonderen Veranstaltungen waren unvergesslich. Der Copper Room im unteren Stockwerk war mit den Spitzen von Champagnerflaschen geschmückt, die bei jeder Öffnung mit einem dramatischen Säbelschwung „sabriert“ wurden – das heißt, der Flaschenhals wurde durchtrennt. Jeden Freitagabend fand ein zwangloser Abend zum Entspannen statt. Im Herbst gab es das Weinfest – wir verkosteten 80-90 Weine in kleineren Gruppen, um die besten herauszufinden und uns auszutauschen. Und die Silvesterpartys – nur übertroffen von der, die ich in Baden-Baden besucht habe! Gleich hinter der BFOM, an der Straße zum Langenhard, gab es einen Froschübergang, mit „niedlichen“ Schildern, die die Autofahrer aufforderten, langsamer zu fahren, damit die Frösche schadlos passieren konnten. Ich sage nicht, dass es die Kanadier waren, die viele dieser Schilder „ausgeliehen“ haben, aber ich erinnere mich, dass sie mit einer gewissen Regelmäßigkeit zu verschwinden schienen
Hinter dem Offizierskasino haben die Kinder der Soldaten bei den Pfadfindern Ahornbäume gepflanzt und Eichen und Pappeln. Die Mäuse haben im Winter den süßen Saft gerochen und sich auf die Wurzeln gestürzt, wie die Kinder auf Süßigkeiten und diese vernichtet.