Seiten-Suche abschicken
Menü schließen
Bitte geben Sie Schlagworte und KEINE vollständigen Sätze ein, da die Suchfunktion ansonsten jedes einzelne Wort suchen würde.
Bitte geben Sie Ihren gewünschten Suchbegriff ein. Nach der Eingabe von drei Buchstaben erhalten Sie Vorschläge zu Ihrem Suchbegriff. Sie können das Ergebnis durch die Eingabe weiterer Buchstaben erweitern. Bei Auswahl eines Suchbegriffs innerhalb der Liste wird Ihnen auf der rechten Seite eine Voransicht angezeigt. Mit Return oder Klick auf die Lupe wechseln Sie zur Suchergebnisseite.
Website wird automatisch übersetzt. / Website is automatically translated.
Im Rahmen eines „Erstchecks“ wird unter der Projektleitung von Bastian Kussin erstmals ein näherer Blick auf diese Objekte geworfen. Im Fokus stehen dabei mögliche Unrechtshintergründe beim Erwerb der Stücke und gegebenenfalls die Findung einer fairen Lösung dafür.
Gefördert wird das Projekt vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste. Die Stiftung fördert Provenienzforschung zu Kulturgütern aus möglichen Unrechtskontexten. Die Lahrer Sammlung ist für eine solche Forschung interessant, da die meisten von den über 200 ethnographischen Sammlungsstücken während der Kolonialzeit aus damaligen Kolonialgebieten eingeliefert und an die Stadt übergeben wurden.
Die Vielfalt der Objekte und ihrer Herkunftsorte ist dabei enorm. Der evangelische Missionar Wilhelm Schmolck etwa brachte in den 1890er-Jahren eine Vielzahl an Stücken aus seiner Tätigkeit in Ostindien in die Stadt. Der Lahrer Matrose Adolf Watter wurde 1891 noch von der Presse dafür gelobt, Kriegsbeute von der Niederschlagung eines indigenen Aufstands in der Kolonie Deutsch-Ostafrika mitgebracht zu haben.
Im Rahmen des Forschungsprojekts wird zunächst ein Überblick erschaffen, wieviele Stücke mit begründetem Verdacht auf koloniale Kontexte bestimmt werden können. Dazu konzentriert sich die Provenienzforschung vor allem auf die Objektgeber:innen. Aus dem Blick auf ihre Biographie kann versucht werden, den Erwerb des Objekts zu rekonstruieren.
Als Erwerb aus kolonialen Unrecht gilt dabei nicht nur der gewaltsame Raub eines Objekts. Auch ein erzwungener Verkauf oder eine Schenkung, die aus einer ungleichen Bedrohungssituation heraus gemacht wird, gilt als Unrechtskontext.
Dass aber nicht jedes Stück aus einem (ehemaligen) Kolonialgebiet gleich problematisch sein muss, zeigt ein alter Lahrer Bekannter. Der Totempfahl, der von 1977 bis 2026 im Stadtpark stand, war zum Beispiel ein Geschenk des Kanadischen Militärs. Für den Bau des Pfahls wurden indigene kanadische Holzschnitzer offiziell beauftragt, nach ihrem Einverständnis gefragt und dafür entlohnt.
Die Ergebnisse des „Erstchecks“ am Stadtmuseum werden in der Online-Datenbank des Deutschen Zentrum Kulturgutverluste www.proveana.de sowie in der Online-Datenbank der Deutschen Digitalen Bibiothek https://ccc.deutsche-digitale-bibliothek.de/en veröffentlicht. Zusätzlich wird ein begleitender Vortrag und eine zugehörige Ausstellung geplant.
Bei Nachfragen zum Projekt:
07821-910-0411
Stadtmuseum Lahr, Kreuzstr. 6, 77933 Lahr