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Auf dem Flugplatz waren das Krankenhaus der kanadischen Streitkräfte und eine Zahnklinik in mehreren Baracken untergebracht. 1991 wurde beim Hohbergsee ein neues Krankenhaus errichtet. 1994 übernahm die Kraichgau Klinik AG das Krankenhaus, das zu einer überregional bedeutenden Herzklinik umgebaut wurde (heute MediClin).
In dem Wohn- und Versorgungsbereich des Flugplatzes (heutiges Westareal) befanden sich das Krankenhaus der kanadischen Streitkräfte sowie eine Zahnklinik in mehreren Baracken, die bereits 1951 von den französischen Truppen errichtet worden waren. Diese provisorischen Gebäude entsprachen weder baulich noch medizinisch den Anforderungen, die sich aus der großen Zahl stationierter Soldaten und ihrer Angehörigen ergaben. Wiederholte Inspektionen beschrieben den Zustand als deutlich überaltert; teilweise waren Wände und Installationen so schadhaft, dass ein geordneter Betriebsablauf kaum noch zu gewährleisten war.
Hinzu kam ein sicherheitspolitischer Aspekt. Nach NATO-Planungen sollten Militärhospitäler mindestens fünf Kilometer von einem potenziellen Hauptzielkomplex entfernt liegen. Der Flugplatz Lahr wäre im Ernstfall als voll einsatzbereite NATO-Airbase zweifelsfrei ein Primärziel gewesen. Damit entstand zusätzlicher Druck, den bisherigen Standort des Lazaretts aufzugeben und einen neuen, außerhalb des unmittelbaren Zielgebietes gelegenen Standort zu finden.
Das Gelände der ehemaligen Lederfabrik Heyl und Waeldin bot sich aufgrund seiner Lage in der Nähe der Kaserne grundsätzlich an. Die notwendigen Abstimmungen zwischen kanadischen, deutschen und städtischen Stellen zogen sich jedoch über mehrere Jahre hin. Neben Eigentums- und Planungsfragen spielte auch die Altlastenthematik eine Rolle. Eine vermutete Ammoniak- und Chemikalienbelastung aus früheren Gerbereiprozessen wurde als Risiko wahrgenommen. Auch wenn die tatsächliche Belastung später differenzierter bewertet wurde, trug diese Befürchtung innerhalb der deutschen Seite spürbar zur Verzögerung der Baugenehmigung bei.
Die Arbeiten an den Außenanlagen, vor allem den Parkflächen, verzögerten sich jedoch erheblich: Beim Aushub fand man hochgiftige Gerberei-Abfälle, deren fachgerechte Entsorgung erst nach dem Abzug der kanadischen Streitkräfte vollständig abgeschlossen werden konnte. Damit bestätigte sich zumindest ein Teil der zuvor geäußerten Altlastenbefürchtungen. Am 10. Mai 1991 wurde das neue Krankenhaus schließlich feierlich eingeweiht.
Das Krankenhaus wurde rund zwei Jahre vom kanadischen Militär genutzt. Obwohl diese Zeitspanne relativ kurz erscheint, stellte sich der Betrieb rückblickend als sinnvoll heraus. Wie leitende kanadische Offiziere berichten, erleichterte der laufende medizinische Betrieb den späteren Verkauf erheblich, weil potenzielle Käufer eine funktionierende, voll ausgestattete Einrichtung vorfanden. Im Jahr 1994 übernahm die Kraichgau Klinik AG das Gebäude und baute es zu einer überregional bedeutenden Herzklinik um, die heute unter dem Namen MediClin firmiert. Damit erhielt der modern konzipierte Neubau eine langfristige zivile Nutzung, die weit über seine ursprüngliche militärische Zweckbestimmung hinausreichte.
Wir hatten eine ganze Menge kleiner Kinder zu betreuen – und ihre Mütter und Väter gleich mit. Es war also eine vollwertige Familienpraxis in dieser Einrichtung. […] Das war 1988 bis 1990, also lange bevor es Family Resource Centres oder ähnliche Angebote gab. Die Leute, die damals herkamen, waren junge Familien, deren Eltern und Großeltern in Kanada geblieben waren. Die übliche Unterstützung durch die Großfamilie gab es hier also nicht. Und so wurden wir zu genau dieser Anlaufstelle.
Wenn eine frischgebackene Mutter eine Frage hatte – wegen Johnnys kleinem Ausschlag oder irgendeinem anderen Problem –, kam sie häufig ins Krankenhaus, einfach weil sie sonst niemanden hatte, den sie fragen konnte. Die Arbeitsbelastung war daher ziemlich hoch. Nicht immer, weil die Menschen wirklich krank gewesen wären, sondern weil es für sie keinen anderen Ort gab, an dem sie Rat hätten bekommen können.
Edgecombe: Ich war damals Director General Quartering, und wir führten intensive Gespräche mit dem Surgeon General, mit Generalmajor Smith und mit Oberst Gowdy, dem leitenden Sanitätsoffizier. […] Gowdy hat geradezu auf den Knien gefleht: Die alte Einrichtung hatte einstürzende Wände, und selbst wenn wir nur noch ein Jahr bleiben würden, müssten sie irgendwohin – sonst könnten sie kaum mehr als eine einfache Untersuchungsstelle betreiben. Deshalb stimmten wir schließlich zu, wenn auch widerwillig, weil wir dachten, wir bekämen beim Verkauf mehr Geld, wenn wir das Gebäude nicht vorher wieder in Betrieb nähmen. […] Wir ließen es also eröffnen, und am Ende – so wurde mir berichtet – erhielten wir zwar weniger D-Mark, als uns der Neubau gekostet hatte, aber weil der kanadische Dollar in der Zwischenzeit stärker geworden war, machten wir unter dem Strich dennoch einen Gewinn aus dem Restwert.
Corbett: Ich denke, einer unserer Vorteile war, dass das Krankenhaus tatsächlich wieder in Betrieb war – wenn auch in begrenztem Umfang. Als wir nach einem Käufer suchten, konnten die Interessenten sehen, dass dort medizinischer Betrieb stattfand. Die Einrichtung war voll ausgestattet, erprobt und funktionsfähig. Und wie Sie sagten: Sie wurde anschließend an Deutschland übergeben und zu einem deutschen Herzzentrum umgewandelt, heute eines der drei erfolgreichsten Herzinstitute im Land. Es gab also einen sehr soliden Restwert, der letztlich zu einer Netto-Rückzahlung an Kanada führte.